Aktion Jean Monnet

Im Rahmen der Aktion Jean Monnet werden weltweit Projekte gefördert, die die europäische Integration wissenschaftlich begleiten und beleuchten. Projektanträge, die für eine Förderung in Frage kommen, werden jeweils von Peers ausgewählt, das heißt von unabhängigen Fachkollegen bewertet. Die Aktion Jean Monnet ist angesiedelt innerhalb des Programms für Lebenslanges Lernen, das von 2007 bis 2013 läuft. Allerdings gibt es sie bereits seit 1989. Durch die Aktion Jean Monnet finden permanent politische Debatten zur europäischen Integration auf wissenschaftlichem Niveau statt. Jean-Monnet-Konferenzen, die teilweise mehrmals im Jahr stattfinden, regen den Austausch zwischen Wissenschaftlern, Politikern und Bürgerinnen und Bürgern an. Dadurch entstehen neue Einsichten und konkrete Vorschläge zur politischen Gestaltung. Die Aktion Jean Monnet operiert auf fünf Kontinenten und erreicht jährlich um die 1.500 Hochschullehrer und 250.000 Studenten. Es werden ausdrücklich Projekte weltweit gefördert. Voraussetzung ist, dass sie die europäische Integration zum Thema haben. Dahinter steht das Ziel, die Europäische Union modellhaft als gelungenes Projekt für Integration und friedliches Miteinander vorzustellen. Ein wichtiger Nebeneffekt ist dabei die Präsentation der Europäischen Union nach außen. Gefördert werden die einzelnen Projekte innerhalb der Aktion aus Geldern der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission.

Die Projekte, die mit Mitteln aus der Aktion Jean Monnet gefördert werden, sind Lehrangebote und Forschungsvorhaben an Hochschulen und Forschungszentren im Inneren und außerhalb der Europäischen Union. Bewerben auf Mittel aus diesem Topf können sich auch die Hochschulen selbst. Mit den Geldern können Lehrkräfte und anderes Personal der Hochschulen gefördert werden, sowie Akteure der allgemeinen und beruflichen Bildung. Zur Zielgruppe gehören unter anderem Inhaber von Stellen, die sich lokal, regional oder national um die Organisation von Bildungsangeboten kümmern. Gefördert werden nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Gruppen und Netzwerke im wissenschaftlichen Bereich, wie etwa Zusammenschlüsse von Professoren oder jungen Forschern, deren Spezialgebiet die europäische Integration ist. Auch multilateral wird gefördert. Akademische Einrichtungen wie das Europakolleg in Brügge, das Europäische Institut für öffentliche Verwaltung in Maastricht oder die Europäische Agentur für Entwicklungen in der Sonderpädagogischen Förderung in Odense/Dänemark werden mit Mitteln der Jean-Monnet-Aktion unterstützt.

Jean Monnet – Namensgeber der Aktion und Mitbegründer Europas:  Der französische Unternehmer Jean Monnet (1888-1979) gilt als einer der Gründungsväter Europas. Er näherte sich der europäischen Idee auf ganz pragmatische Weise, indem er die westeuropäische Montanindustrie in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vereinte.